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Funkwetter-Jahresrückblick 2020 von Hartmut Büttig, DL1VDL

 

Der Übergang ins Jahr 2020 war begleitet von einer über mehrere Tage stabilen Inversionswetterlage. Diese belebte die Aktivität auf allen Mikrowellenbändern. Es gab weite Tropo- und Es-Verbindungen. Ein neuer Weltrekord auf 435 MHz über 4563 km krönte die Tropo-Saison mitten im Winter.

Die Ionosphäre kam nach dem Sonnenfleckenminimum am 17. November 2019 noch lange nicht in Schwung. Bis auf das erste energetische Ereignis im neuen Zyklus, dem M3-Röntgenflare am 29. November, der den solaren Flux auf 116,3 Einheiten anhob und das 10-Meterband weltweit öffnete, mussten wir ein Jahr warten. Wir vermuteten den Start des Zyklus 25 bereits eher, als am 29. Mai ein M-Flare beobachtet wurde. Bis kurz nach der IARU HF Championchip waren alle oberen Bänder nutzbar. Ein weiterer Anstieg der Sonnenaktivität blieb danach aus, der solare Flux blieb unverändert niedrig. Im Vergleich waren die DX-Bedingungen bis Oktober 2020 ähnlich wie 2019. Bis zum Herbstanfang betrug der solare Flux nahezu konstant 70 Fluxeinheiten. Positive Störungsphasen vor geomagnetischen Störungen oder vom Sonnenwind mitgerissene Plasmateilchen veränderten manchmal die Ionosphäre so, dass wir kurzzeitig gute Ausbreitungsbedingungen vorfanden. Saisonal bedingte Verbesserungen der Ausbreitungsbedingungen blieben im Frühjahr aus, während zum Herbstanfang, als die Sonne etwas aktiver wurde, täglich gute DX-Möglichkeiten in den Südpazifik bestanden. Die Dämpfung in der Aurorazone bestimmte, ob man über die Polargebiete funken konnte. In den Jahren der ruhigen Sonne, wenn sich der solare Flux kaum ändert, ist das geomagnetische Feld der wichtigste Stellknopf für das Funkwetter.

Dass uns die Ionosphäre nicht verloren gegangen war, zeigten weltweite FT8-Verbindungen auf allen Kurzwellenbändern oder Ausbreitungstests im WSPRnet. Trotzdem konnte man im gesamten Jahr, bis auf wenige Ausnahmen, wöchentlich alle Kontinente auch in CW und SSB erreichen. Sogar in den kurzen Nächten im Sommer war manchmal das 160-Meterband nach Nordamerika  offen. Dass die Ionosphäre oft günstigere Ausbreitungsbedingungen auf den oberen Kurzwellenbändern bereit hielt, als wir dachten, bemerkten wir oftmals nur in Contesten oder wenn wir selber CQ riefen. Aktivität auf den Bändern war auch 2020 der Schlüssel zur Freude an unserem Hobby,

 

Positiver Ausblick auf das Jahr 2021:

Wir sehen in den Grafiken bei www.solarham.net, dass ständig neue Sonnenflecken auftauchen und fleckenfreie Tage immer seltener vorkommen. Die Monatsmittelwerte der Sonnenfleckenzahl und des solaren Fluxes steigen. Im kommenden Jahr werden saisonale Verbesserungen der Ausbreitungsbedingungen, wie zum Frühjahrsbeginn, wieder deutlicher hervortreten. Wir erwarten öfter als bisher Erhöhungen des solaren Fluxes auf etwa 100 Fluxeinheiten.

 

Das Sonnenfleckenminimum haben wir hinter uns gelassen und in den Jahren der ruhigen Sonne interessante Funkverbindungen und, verglichen mit Jahren der aktiveren Sonne, respektable Ergebnisse und neue Rekorde in Wettbewerben erreicht. Nehmen wir diesen Optimismus mit ins neue Jahr und sind auch dankbar dafür, während der Coronavirus-Pandemie ein uns ausfüllendes, interessantes und kommunikatives Hobby betreiben zu können.

 

Frohe Weihnachten und alles Gute für 2021!

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