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Bericht vom OV-Abend am 19.06.2019

 

Der OV-Abend im Juni war mit 18 OM gut besucht. Unser Auftritt beim Stadtfest zum 800-jährigen Stadtjubiläum wurde vor dem Abendessen ausführlich ausgewertet. Der Dank für eine professionelle Standgestaltung und Aufbauplanung mit Probeaufbau und leihweiser Beschaffung von Biertischgarnituren ging an Christian (DL9NL) und Andreas (DG1AP). Dank ihrer präzisen Planung ging der Aufbau am 1. Juni zügig voran und bereits eine Stunde vor Eröffnung der Vereinsmeile war der Stand fertig und alles war einsatzbereit. Auch Werner (DL1VHF) hat es sich nicht nehmen lassen, selbst zum Akkuschrauber zu greifen. Der Stand bot mit dem Bastelzelt mit drei Lötplätzen, der Videopräsentation, einem Aufsteller mit schönen QSL-Karten, zwei aktiven Funkplätzen mit Satellitenfunk und FT8 sowie dem Morsestand Möglichkeiten für Jung und Alt, Amateurfunk zu erleben, zu basteln oder einfach nur ins Gespräch zu kommen. Dafür genügte es allerdings nicht, hinter dem Stand zu stehen und auf Besucher zu warten. Wenn wir die Besucher ansprachen, gab es oft Zulauf zum Morsestand und zum Bastelstand, zu Fragen und Gesprächen. Die Videopräsentation hatte es da einfacher. Der Trickfilm über Mr. Morse und die Erfindung der Telegrafie zog kleine Zuschauer von selbst an, lenkte allerdings auch manchmal die Kinder beim Löten des elektronischen Würfels ab.

 

Wolfgang (DL4WO) hatte mit technischer Unterstützung von Norbert (DL4DTU) eine Satellitenstation für den OQ-100 aufgebaut. Während der fünf Stunden der Vereinsmeile gelangen ihm 25 QSO mit 15 DXCC-Gebieten, darunter ZS, HS0 und VU. Viele Passanten blieben für eine Weile stehen und lauschten den Signalen vom Satelliten und dem FT8-Sound aus dem Transceiver von Andreas (DG1AP).

 

Die Lötplätze waren vor allem in der 2. Hälfte der Präsentation gut besetzt. Die Kinder bewältigten den Aufbau des elektronischen Würfels in etwa 30 Minuten. Die meisten Würfel funktionierten sofort. Einer musste nachgearbeitet werden. Es lag aber nicht am Erbauer - eine Leiterbahn war hier bei der Produktion verunglückt und wurde mit einem Draht repariert. Dieser Stand wurde von Frank (DD4WH) und Hardy (DL1VDL) betreut, die beide im Basteln mit Studenten und Kindern viel Erfahrung mitbringen. Es gab weder verbrannte Finger noch Löcher im T-Shirt. Auch die Platine haltenden Betreuer kamen ohne Blessuren davon.

 

Am Morsestand konnten Kinder ihren Namen morsen. Das klappte bei vielen sofort. Für kleinere Kinder, die noch nicht schreiben konnten, haben die Standbetreuer Norbert (DL4DSE) und Matthias (DD7NT) die Punkte und Striche aufgemalt. Und das "dit" wurde dann als kurzes "piep" der Maus und das "dah" als längeres "miau" der Katze erklärt. Dann ging es mit der Kent-Messingtaste los und wir fanden viele CW-Talente! Von den 50 gedruckten Morsediplomen wurden 38 ausgegeben. Für die Diplome benutzten wir die Vorlage der AATIS. Die Frage, wer denn da auf der Vorderseite abgebildet sei, konnte aber nur von wenigen richtig beantwortet werden. Den Lehrer Lämpel aus "Max und Moritz" kannten fast nur noch die Großeltern der Kinder.

 

Was wollten wir mit dem Auftritt zum Stadtfest erreichen: Wir wollten uns als Verein, der in der Stadt Radeberg seine OV-Abende hat und seine Klubstation betreibt in der Öffentlichkeit zeigen. Das ist uns gelungen. Es wäre schön gewesen, wenn auch die Lokalpresse oder Vertreter der Stadt die Vereinsmeile besucht hätten. Das war leider nicht der Fall, obwohl Christian (DL9NL) die Organisatoren diesbezüglich angefragt hatte.

 

Was haben wir erreicht: Wir haben gezeigt, dass wir gemeinsam einen gut bestückten Stand aufbauen und präsentieren können. Das ist ein gemeinsames Erfolgserlebnis, das den Zusammenhalt im OV festigt. Wir hatten viele gute Gespräche mit Bürgern der Stadt und mit ehemaligen Kollegen von OV-Mitgliedern. Wir haben gelernt, wie man mit den vorüberziehenden Besuchern ins Gespräch kommt und woran Kinder an so einem Stand Spaß haben.

 

Was haben wir noch gelernt: Das beste Wetter an solch einem Stand sollte ein paar Wolken haben. Die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und es wurde sehr warm. Beim nächsten Mal werden wir für mehr Schatten sorgen.

 

Der 2. Teil des Abends wurde von Werner (DL1VHF) bestritten. Er hatte bei einem Treffen von Freunden historischer Funktechnik für einen OM aus Schweden einspringen müssen, der einen Vortrag über den Längstwellensender SAQ absagen musste. Werner hat sich in die Präsentation eingearbeitet und konnte uns sehr viele Details zu diesem Technikmonument darstellen, die auch für die neu waren, die sich bereits mit dem Sender befasst hatten. Faszinierend waren z.B. die Bilder und Erläuterungen zur Hochfrequenzerzeugung im Alternator. Das eigentliche Problem, das von Alexanderson dabei zu lösen war, bestand darin, einen mechanischen Aufbau zu finden, der hohe Drehzahlen und hohe Last bei stabiler Geschwindigkeit und hoher Laufruhe bewältigt. Alexanderson entwickelte dafür eine Konstruktion, bei der das stählerne Laufrad mit hyperbelförmigem Querschnitt aus der Welle hervorgeht. Diese Konstruktion kann hohe Fliehkräfte aufnehmen. Die Hochfrequenz wird an der Außenkante des Laufrades an 488 Zähnen erzeugt. Die Zwischenräume zwischen diesen Zähnen sind mit Messing ausgefüllt, damit wird die Luft im Inneren des Alternators weniger verwirbelt. Das kommt der Laufruhe zugute. Der Abstand der Zähne zur Erregerspule beträgt nur 0,4mm. Dieser Teil des Alternators wurde noch nie erneuert! Den HF-Generator treibt ein 370 kW Asynchronmotor mit 2 kV Betriebsspannung. Dessen Drehzahl wird über ein 1:3 Vorgelege auf 35,246 U/s erhöht, so dass sich mit 844 Zähnen die Frequenz vom 17200 Hz ergibt. Das Hochfahren des Senders und das Erreichen und Regeln der Geschwindigkeit ist ein komplizierter und langwieriger Vorgang.

 

Ebenso interessante Details hat die Antennenkonstruktion mit ihren 6 Masten (127 m hoch) zu bieten. Die Masten sind an ihren Auslegern oben durch Leiterseile verbunden, die die Dachkapazität der Antenne darstellen und über die die Einspeisung erfolgt. Von jedem Antennenmast geht nach unten ein Strahler zu einer vor dem Mast stehenden imposanten Verlängerungsspule. Weitere Drähte gehen zu seitwärts stehenden Masten. Ein imposantes Erdnetz bildet die Basis der "kurzen" und richtwirksamen Vertikalantenne.

 

Die nächste Übertragung von SAQ wird es am 30.6.2019 geben. Dann heißt es wieder "cq cq cq de saq saq saq...". Der Start des Alternators wird um 0830 UTC erfolgen und um 0900 UTC soll die Sendung beginnen...

 

...dafür einen guten Empfang wünscht Matthias, DD7NT

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